Märchenfilme aus dem Osten

Wer erinnert sich nicht noch an den Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, dem wohl bekanntesten Märchenklassiker des damaligen Ostblocks und seit den 1970er Jahren fester Bestandteil des Fernsehprogramms nach Weihnachten. So gilt er auch heute noch als einer der schönsten Filme aus der ehemaligen Tschechoslowakei. Das Schöne an dem Film ist, dass nicht nur Leute, die damals als Kinder den Film das erste Mal gesehen haben, ihn heute noch gut finden, sondern dass das Märchen auch die heutige Jugend in den Bann ziehen kann. Trotz japanischer Großangriffe auf die Sehgewohnheiten in Form von Mangas wie Naruto, Pokemon und Konsorten.

Generell gab es in der DDR und den Ostblockstaaten eine wahre Flut an Märchenverfilmungen, die sich auch heute wieder gut verkaufen, weil sie nicht nur im Fernsehen ausgestrahlt werden, sondern die Filme auf DVD käuflich zu erwerben sind. Um die Filme noch unter den Weihnachtsbaum zu legen, ist es inzwischen wahrscheinlich zu spät, aber der nächste Geburtstag von Freunden kommt ja bestimmt. Oder man beschenkt sich selber mit ein paar Klassikern, wie bspw. der „Schwarzen Mühle“, auf deren Geschichte der vor zwei Jahren verfilmte Roman Krabat basiert.

In Westdeutschland gab es keinen ähnlichen Trend, stattdessen nahm man das Material aus dem Osten dankend auf. Zwar feierte mit „Frau Holle“ schon 1948 der Märchenfilm in der BRD Premiere, aber in den Folgejahrzehnten wurden Märchenverfilmungen zum Nischenmarkt. Den Todesstoß gab es recht früh, als 1957 Kindern unter sechs Jahren der Kinobesuch verboten wurde. Auch nach der Aufhebung dieses Gesetzes war der Zug der Märchenverfilmungen anscheinend abgefahren, so dass es in der DDR und der Tschechoslowakei ein wahres Monopol an diesen Filmen gab.