DDR Museum Berlin: Alltag in Ostdeutschland

Lauschposten der Staatssicherheit im DDR Museum in Berlin

In den letzten Jahren hat sich im deutschen Fernsehen zum Thema DDR eine so genannte „Ostalgie“ breit gemacht, in deren Verlauf einiges verklärt wurde. Dass es aber möglich ist, auf die Alltagsgeschichte der DDR zurückzublicken, ohne die negativen Seiten komplett auszublenden und eine heile Welt zu suggerieren, zeigt das DDR Museum in Berlin. Dabei ist es vor allen Dingen das Ausstellungskonzept, welches beeindruckt, handelt es sich doch nicht um ein gewöhnliches Museum.

Nicht nur Gucken, sondern auch Anfassen

Während es in anderen Museen – meist ja auch aus guten Gründen – „Nicht berühren“ heißt, lädt das DDR Museum in Berlin dazu ein, die Exponate auch haptisch zu erleben. Schranktüren dürfen in den nachgestellten Wohnräumen aufgemacht werden. Im Trabi gibt es einen Simulationsmodus, so dass es den Anschein hat, man würde durch die Plattenbausiedlungen fahren. Und die Reportagen gibt es im Museum stilecht von DDR-Kinosesseln aus zu sehen. Und damals wurde noch nicht Filmstarts.de angesurft, um zu schauen, was im Kino läuft. Doch es kommt auch modernste Technik im DDR Museum zum Einsatz: Um eine SED-Konferenz zu simulieren, wurde in den Konferenztisch ein riesiger Touchscreen eingelassen, auf welchem sich Informationen abrufen lassen.

Mit der DDR noch nicht abgeschlossen

Wie die guten Kritiken von Filmen wie „Das Leben der Anderen“ oder „Sonnenallee“ zeigen, ist das Thema DDR weiterhin aufbereitungswürdig. Man kann sich teilweise gar nicht mehr vorstellen, dass Fahranfänger in 2011 vier Jahre nach dem Mauerfall geboren wurden. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die nicht immer positive Alltagsgeschichte der DDR auch museal aufbereitet wird und nicht nur in Spreewaldgurken-Gedächtnissendungen im Privatfernsehen. Die Realität in der DDR sah nicht immer so freundlich aus.