Der Fernsehkoch der DDR: Kurt Drummer

Auch als Buchautor betätigte sich Drummer

Dass im Fernsehen gerne gekocht wird, kann man alle Nase lang beobachten. Kein Koch, der etwas auf sich hält, ist wohl noch nicht zumindest einmal vor der Fernsehkamera herumgesprungen, doch während es z. B. beim Kochduell noch wirklich ums kochen geht und die Köche ständig wechseln, hat Sternekoch Christian Rach wohl den größten Spaß am Fernsehen gefunden und gibt gerne den Restauranttester.

Das sah früher noch anders aus, wenn Fernsehköche über die Mattscheibe flimmerten. Und während man heute Clemens Wilmenrod noch in guter Erinnerung hat, sieht es mit dem DDR-Fernsehkoch schon etwas anders aus. Kurt Drummer hieß er und der gute Mann aus dem Erzgebirge hat es geschafft, 25 Jahre lang die Kochsendung „Der Fernsehkoch empfiehlt“ im DDR-Fernsehen zu produzieren. Schon 1958 ging er auf Sendung, als ein Großteil der DDR-Bevölkerung noch nicht einmal einen Fernseher hatte.

Drummer hatte seine Ausbildung während des Krieges zwischen 1942-44 absolviert und nach dem Krieg als Koch gearbeitet. Damit unterscheidet er sich auch eklatant von Wilmenrod, der gar kein Koch war, sondern Schauspieler war und in seinen Sendungen bspw. einen Schnellbräter bewarb. So als würde heute Tim Mälzer die ganze Zeit Lusini auf seiner Kochmütze stehen haben. Und Drummer setzte noch einen drauf und studierte ab 1955 Ernährungswissenschaften, ab 1966 dann auch noch Ökonomie. Ersteres veranlasste ihn dazu, den Deutschen gesünderes Grillen mit Gemüse oder Fisch zu empfehlen, heute eine Selbsverständlichkeit. Neben Auszeichnungen für seine Fernseharbeit, hat er auch bei ausländischen Kochveranstaltungen Preise einheimsen können und war der Koch der DDR-Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 1974. Er ging 1990 in Rente und starb am 8. Juni 2000 in Chemnitz, seiner zweiten Heimat, wo er auch seine Lehre absolviert hat.