Kaum Fernseher zum Sendestart

Das Modell Leningrad in all seiner Pracht

Das DDR Fernsehen startete zeitgleich mit dem westlichen Fernsehen. Der nordwestdeutsche Rundfunk hatte mit Testsendungen und -übertragungen schon 1950 begonnen, aber erst Weihnachten 1952 erfolgte die erste Sendung. Zu diesem Zeitpunkt waren die DDR-Bürger schon viel routinierter im Umgang mit dem TV-Gerät – startete doch der Deutsche Fernsehfunk schon drei Tage früher 😉 Und dabei war die erste Übertragung des zweistündigen öffentlichen Programms sowieso eine recht exklusive Veranstaltung: Ganze 60 Geräte standen in Berlin und nur in Berlin. Man kann sich wohl nur sicher sein, dass alle dieses neue technische Wunderwerk anhatten.

Der erste Fernseher lässt sich mit den neuen heutigen Geräten kaum vergleichen. Während sie heute FullHD und große Bilddiagonalen bieten, besaß das Modell Leningrad eine Bilddiagonale von 18×13,5 Zentimetern und kostete rund 3.500 Ostmark. Daher war es nicht verwunderlich, dass er nur wenigen Bewohnern vorbehalten war, denn der durchschnittliche Arbeitnehmer verdiente monatlich ein Zehntel des Kaufpreises. In den wenigen Haushalte, die einen solchen Fernseher besaßen, versammelte sich die Familie jeden Abend zur „Aktuellen Kamera“, der einzigen Nachrichtensendung im damaligen Programm.

Für Unterhaltung sorgte die Sendung „Der Augenzeuge“, die sogar bis 1980 produziert und ausgestrahlt wurde. Aufgrund ihrer in den Folgejahren wachsenden Popularität stand sie jedoch unter dem Einfluss der SED.