Sushi in Suhl – Film zur Geschichte des einzigen japanischen DDR-Restaurants

Ein Sushi Restaurant gab es in der DDR

Seit Mitte Januar 2011 laufen in Thüringen die Dreharbeiten für den Kinofilm „Sushi in Suhl“. Der Film erzählt eine aberwitzige DDR-Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen hat. Es ist die Geschichte von Rolf Anschütz, der Mitte der 60er Jahre das erste und einzige japanische Restaurant in der DDR eröffnet. Trotz zahlreicher Hürden, die die Mangelwirtschaft für den Koch bereit hält, wird das Restaurant zu einem unerwarteten Erfolg. Erst leistete die Staatsmacht Widerstand gegen das ausländische Restaurant, später speisen sogar namhafte Politiker dort auf Japanisch. Anfang 2012 soll die Komödie in die Kinos kommen.

Vom japanischen Rezept zum japanischen Restaurant

Gelangweilt vom typisch deutschen Essen kommt der Koch Rolf Anschütz in einer Bierlaune auf die Idee, ein japanisches Restaurant zu eröffnen. Zuvor hatte er ein japanisches Rezept in einem alten Kochbuch entdeckt, dass er nachkochte. Seine Freunde zeigten sich begeistert von Rolfs japanischen Kochkünsten, doch mit japanischem Esse ein Restaurant in der DDR eröffnen zu wollen, dass fanden sie nur lachhaft und verspotteten ihn. Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten. Rolfs kuriose Idee wird zu einer Erfolgsstory.

In der Mangelwirtschaft der DDR war Kreativität gefragt

Aufgrund der Mangelwirtschaft musste Rolf Anschütz jede Menge erfinderischen Reichtum an den Tag legen. Sojasauce wurde durch Worcester ersetzt, Spinat sieht aus wie Algen, Milchreis klebt wie Sushi-Reis und Thunfisch wurde einfach durch Karpfen ersetzt. Die japanischen Kimonos wurden von Rolf Anschütz Frau aus Gardinen geschneidert. Als das Restaurant auch in Politikerkreisen bekannt wird, darf Rolf Anschütz sogar Lebensmittel aus dem Westen importieren.

Vom Staatswiderstand zum erfolgreichen Restaurant

Nach der Eröffnung des Restaurants stellte sich die DDR-Regierung zunächst gegen das japanische Konzept. Doch nach und nach wird das Restaurant immer bekannter. Als sogar japanische Spitzenpolitiker regelmäßig bei Rolf Anschütz speisen, kann die Regierung nichts mehr gegen das Restaurant ausrichten. Mit der Zeit wird das Restaurant immer öfters von berühmten Persönlichkeiten besucht. Die Namen reichen von Schauspielerin Annekathrin Berger über die schwedische Popband A-ha bis zu Prinz Albert von Monaco. Das Restaurant wurde zu einem Erfolg. Selbst namhafte DDR-Politiker lassen es sich nicht mehr nehmen, auf das japanische Essen zu verzichten. Hatte Rolf Anschütz zuvor mit Billigpreisen gelockt, kann er nun aufgrund des riesigen Gäste-Ansturms sein japanisches Essen zu luxuriösen Preisen verkaufen, da man auch keine Preise vergleichen konnte. Normale Bürger müssen nun bis zu zwei Jahre im Voraus buchen, um einen Platz im legendären Restaurant zu ergattern. Bis zu zwei Millionen Gäste soll Rolf Anschütz in seinem Restaurant bewirtet haben, darunter 16 000 Japaner.

Bild: Think Draw CC-BY-SA 2.0