Der Phengaris Xiushani betritt das Licht der erforschten Schmetterlingswelt

Das “Deutsch-Chinesische Jahre der Wissenschaft und Bildung 2009/2010” hat auch konkrete Früchte im Bereich der Schmetterlingsforschung erbracht. Forscher beider Länder haben im Süden von China einen bisher unbekannten Tagfalter entdeckt. Es handelt sich um einen Schmetterling, welcher zur Art der Ameisenbläulinge gehört. Mehrere dieser Ameisenbläulinge lassen sich in Deutschland schon seit Jahrhunderten nachweisen und werden wegen ihrer ungewöhnlichen Lebensart bevorzugt von Tagfalterforschern untersucht. Dass der neue Ameisenbläuling in einer Bergregion gefunden wurde, überraschte die Wissenschaftler. Für gewöhnlich lassen sich Ameisenbläulinge nämlich nur im Grasland finden.

Phengaris Xiushani (links Oberseite, rechts Unterseite)

Im Bereich der Klimaforschung sind die Ameisenbläulinge auch interessant, da kleine Klimaveränderungen schon eine bestimmte Art gefährden können, was an deren Ernährung liegt. Denn wie der Name es schon andeutet, ernähren sich die Ameisenbläulinge von Ameisen bzw. deren Brut. Manche Falter suchen sich ein Nest aus, in welchem sie dann als Raupen “rumhängen” und erst einmal gar nicht daran denken, als Schmetterling in die Lüfte zu steigen. Der neue Ameisenbläuling erhielt übrigens den Namen “Phengaris Xiushani”. Wenn Sie als alter Lateiner nun über dem zweiten Wort grübeln, sei Ihnen schnell geholfen: Es handelt sich um den Forscher Dr. Xiushan Li. Der Ameisenbläuling erhielt seinen Namen aus zwei Gründen: Zum einen brachte er die beiden Wissenschaftler zusammen, welche den Tagfalter fanden und zum anderen bedeutet sein Name “schöner Berg”. Ein passender Name, wo die neue Schmetterlingsart doch in der ungewöhnlichen Gebirgsregion gefunden wurde.

Die Entdeckung war übrigens nicht direkt geplant, sondern ergab sich zufällig durch einen Workshop des “Deutsch-chinesischen Wissenschaftsjahres”. Das Forschungsprogramm LepiPub des deutschen Ministeriums für Bildung und Forschung hatte dieses Projekt angestoßen und Exemplare des Schmetterlings sind schon in deutschen Museen eingetroffen.

Bildquelle: Wang M, Settele J | WikiCommons | CC-BY-SA 3.0