Zoonose: Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier

Die Ausbreitung der SARS-Pandemie

Im November 2002 beunruhigte eine unbekannte Krankheit die chinesische Bevölkerung. Innerhalb kurzer Zeit erlitten zahlreiche Chinesen eine atypische Lungenentzündung. Wenig später fanden Forscher heraus, dass die gefährliche Krankheit durch den Erreger SARS hervorgerufen wurde. Innerhalb nur weniger Wochen erfasste die Zoonose auch von China weit entfernte Länder wie Kanada. Nur durch die Kooperation zwischen internationalen Wissenschaftlern konnte die Pandemie eingedämmt werden. Dieser Fall zeigt, wie wichtig der Wissensaustausch zwischen den Ländern ist. Deshalb lud Forschungsministerin Annette Schavan namhafte Forscher für einen Erfahrungsaustausch nach Deutschland ein.

Deutsch-chinesischer Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet Zoonose

2010, im Deutsch-Chinesischen Jahr der Wissenschaft und Bildung, lud das Bundesministerium für Bildung und Forschung zehn Forscher aus China nach Deutschland ein. Während dieses Besuchs konnten die  Zoonose-Experten beider Länder Ihre wissenschaftlichen Erfahrungen mit Infektionskrankheiten austauschen. Besonders auf dem Forschungsgebiet Zoonosen ist eine Kooperation zwischen deutschen und chinesischen Forschern wichtig. Schließlich halten sich Infektionskrankheiten nicht an Landesgrenzen. In der heutigen globalisierten Welt ist ein Austausch zwischen Forschern wichtiger als je zuvor. Durch den starken Flugtourismus und Export breiten sich Infektionskrankheiten schnell in vielen Ländern der Welt aus. Die Schweinegrippe und auch die EHEC-Infektionskrankheit haben dies zuletzt gezeigt. Ein Auslandsstudium in China oder in anderen Ländern der Welt ist deshalb bei Personalberatern von Forschungsinstituten sehr beliebt. Durch solch einen Austausch profitieren beide Länder, denn nur gemeinsam lässt sich eine Pandemie bekämpfen oder ganz vermeiden. Aus diesem Grund fördert das Ministerium für Bildung und Forschung mit einigen Projekten den Wissensaustausch zwischen China und Deutschland.

Chinas Erfahrung mit der SARS-Pandemie

Unter anderem gaben die chinesischen Wissenschaftler auf ihrem Besuch in Deutschland ihre Erfahrungen mit der SARS Pandemie, die im November 2002 in China ausbrach, zum Besten. Die deutschen Forscher sahen diesen Austausch als eine wichtige Wissenserweiterung an. Die SARS-Zoonose hat gezeigt, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten ist. Die Erreger gelangten damals von China unter anderem auch nach Kanada, Irland und Vietnam. Nur durch die Kooperation zwischen internationalen Wissenschaftlern konnte eine weitere Ausbreitung des Atemprobleme hervorrufenden Erregers verhindert werden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass SARS vom Larvenroller, einer in Südchina beheimaten Schleichkatzenart, übertragen wurde.

Was sind Zoonosen genau?

Zoonosen sind Krankheitserreger, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind oder umgekehrt. Das Wort setzt sich aus den beiden griechischen Begriffen „zoon“ und „nosos“ zusammen, was mit „Lebewesen“ und „Krankheit“ übersetzt wird. Aufgrund der starken Verbreitung und des schweren Krankheitsverlaufs haben in den letzten Jahren die Zoonosen Schweinegrippe, SARS und EHEC besonders viel Aufsehen erregt. Es gibt aber auch viele Zoonosen, die nicht so stark in der Presse thematisiert werden, jedoch regelmäßig Krankheiten in Deutschland verursachen. Die Zoonosen werden in drei Kategorien eingeteilt. So gibt es die Zooanthroponosen. Dies sind Krankheiten, die ausschließlich vom Tier auf den Menschen übertragbar sind, wie beispielsweise der Hundespulwurm (Toxocara cani). Zudem gibt es so genannte Anthropozoonosen. Diese Erreger werden nur vom Menschen auf das Tier übertragen, wie zum Beispiel der Entamoeba Histolytica Parasit. Die dritte Kategorie bilden die Amphixenosen. Diese Infektion kann von beiden Richtungen aus übertragen werden. Dazu gehört beispielsweise der Rinderbandwurm (Taenia saginat). Wissenschaftler auf der ganzen Welt versuchen, solche Zoonosen einzudämmen und das Aufkommen von neuen Stämmen zu verhindern.